Holland – Belgien

Holland-Belgien Am Abend hatten wir die Insel Texel querab. Der Wind frischte etwas auf, und nun konnten wir zum ersten Mal die Segel setzen. Ich zog am Fall das Großsegel hoch, aber oh je, das Groß klemmte auf halber Masthöhe. Die Ursache war schnell gefunden. Beim Anschlagen der Segel in Bremerhaven hatte ich die Reffleinen vertauscht, und gegen aller guten Seemannschaft verstoßen, das Groß zum Testen nicht gehisst!. Nun hatten wir glücklicherweise wenig Wind und hatten den Schaden schnell behoben. Ursprünglich wollten wir ja die Insel Vlieland anlaufen, aber wir waren topfit und entschlossen uns weiter zu segeln. Gegen Mitternacht ließen wir Ijmuiden querab liegen und segelten gemächlich Kurs Süd /West Hoek van Holland entgegen. Am frühen Morgen hatten wir den Leuchtturm von Scheveningen querab. Zur Frühstückszeit ereichten wir das gefährliche Hoek van Holland und durchquerten rechtwinklig die gefährliche Schifffahrtstrasse.

entspannen Von nun an hieß es aber ganz besonders aufpassen, denn in Kürze begann das Gebiet der gefährlichen Sandbänke vor der holländischen und belgischen Küste. Da ich das Gefühl hatte, das das Radargerät nicht richtig eingerichtet war, schickte ich Sven auf den Geräteträger, um diese einzurichten. So gegen Kaffeezeit wurde ich dermaßen müde – kein Wunder, denn wir waren die ganze Nacht durchgesegelt- das ich eine Schlafpause brauchte. Da Sven während der Nacht gut geschlafen hatte, bat ich ihn, für eine halbe Stunde Wache zu halten. Sven war voller Freude, das er endlich Verantwortung übernehmen konnte. Im Nu schlief ich auf der Backskiste ein. Wie ein Wecker wurde ich in dem Moment wach, in dem mich Sven wecken wollte. Er erzählte mir voller Stolz, das er den Kurs um 5 Grad geändert hatte, um die sichere Fahrrinne nicht zu verlassen. Ein schönes Gefühl, das der Junge wirkliches Interesse am Segeln hat, genau wie ich.

App0006 Gegen Abend erreichten wir die belgische Küste , da der Strom günstig war, entschlossen wir uns, nicht in Zeebrügge Halt zu machen, sondern an Blankenberge vorbei bis Oostende zu segeln. Um Mitternacht legten wir in einem kleinen Yachthafen in Oostende an, und fanden schnell den verdienten Schlaf.

Am nächsten Morgen wurde erst einmal gut gefrühstückt, dann recht lange im Yachthafengebäude geduscht. Um zehn Uhr löste Sven die Leinen und los ging es zum Tanken nach Nieuwpoort. Nach knapp zwei Stunden hatten wir an der Schiffstankstelle im Hafen festgemacht. Der Tank fast einhundertundachtzig Liter und unsere Reservekanister noch einmal einhundertsechzig Liter Diesel, der hier nur ca. siebzig Pfennig pro Liter kosten. Nach dem Tanken wurde erst einmal kräftig zu Mittag gegessen bevor wir zum großen Sprung über die Flämischen Bänke – die fast schon der spanischen Armada zum Verhängnis wurden – nach England ansetzten.