Ärmelkanal

Englischer Kanal

Engl-Kanal-Gelb Es war später Nachmittag, die gefährlichen Flämischen Bänke lagen hinter uns und wir segelten an Dünkirchen vorbei, bis unser Kurs einige Meilen vor Calais nach Dover führte. Etwa auf halbem Weg raste eine Schnellfähre an uns vorbei, und Schiff an Schiff zogen an uns vorüber. Auf dem Radarschirm zählten wir bis zu dreißig Containerschiffe und Autotransporter. Hier spürt man hautnah, das dies die meist befahrene Wasserstrasse der Welt ist. So etwa zwanzig Uhr unserer Zeit, kam bereits Dover in Sicht. Da es prima Wetter war, ankerten wir nicht wie geplant in Dover, sondern segelten gleich weiter Richtung Brigthon, denn da müssten wir nach unseren Berechnungen am nächsten Morgen eintreffen. Morgens, gegen vier Uhr, ca. acht Meilen vor Brigthon, bekam ich derben Appetit.

Oostende-Faehre Ich aß einige Schnitten Brot, dann meldete sich Sven der Wache hielt, auch mit großen Appetit. Ich reichte ihm eine Schnitte Brot hinauf, dabei bemerkte ich, Schimmel unter seinem Brot. ,,Oh Schreck” ich hatte bereits verschimmeltes Brot gegessen, geschmeckt hatte ich nichts ,wird schon gut gehen. Es war acht Uhr unserer Zeit , in England allerdings bereits schon neun Uhr, als wir unser Boot im Haven festmachten. Ich meldete unser Schiff beim Hafenmeister an und bekam zugleich einen Schlüssel für das Hafentor und die Duschen. Wir konnten es nicht abwarten, nach dem Duschen den Supermarkt aufzusuchen, um frischen Proviant zu kaufen Vor allem, die von früheren Fahrten bekannten gegrillten Schweinshaxen , Hähnchen und frische Milch, und nach dem Essen für mich ein kaltes gezapftes Guinness. Nach Tagen auf See schmeckte die Haxe besonders gut, auch Sven war begeistert. Nach einem erholsamen Mittagsschlaf schritten wir zur Tat.

Englischen-Seebad-Brighton Nachdem wir einen Rundgang durch den Haven unternahmen, landeten wir letztendlich in einem gemütlichen Pup, den ich seit Jahren immer wieder besuchte, vorausgesetzt unser Törn führte uns durch den Ärmelkanal. Das Guinness schmeckte mir hervorragend und Sven genoss seine Cola. Mit einem Mal bekam ich immense Leibschmerzen, wir eilten zurück zu unserem Boot und mit heftigen Leibschmerzen und Durchfall war dieser Tag gelaufen. Am nächsten Morgen hatte ich immer noch Schmerzen und Durchfall, aber wir mussten unbedingt weiter da Traudl den Flug nach Portugal gebucht hatte, und wir spät in der Zeit waren. Kurz nach Mittag verließen wir Brigthon und segelten Richtung Cherbourg, die Partnerstadt von Bremerhaven. Es war Mitternacht, als wir Cherbourg erreichten, der Haven war wie so häufig proppenvoll und wir entschlossen uns zu ankern. Es war eine herrliche sternenklare Nacht, die ich nicht genießen konnte, da ich immer noch heftige Schmerzen hatte. Nach telefonischer Absprache mit Traudl hievte ich unter Schmerzen mit Svens Hilfe den Anker und wir segelten mit dem Strom nach der wunderschönen Insel Guernsey, bei der wir bereits nach sechs Stunden den Anker fallen ließen. Puh das war geschafft, so ein Radargerät und GPS ist doch eine große Hilfe in diesem gefährlichen Segelrevier. Ich kann mich noch zu gut an gefährliche Situationen im Nebel und vollkommen ohne technische Hilfsmittel erinnern, denn hier sind sechs Konten Strom und mehr, keine Seltenheit. Für den nächsten Tag planten wir nach dem Frühstück erst einmal Wäsche waschen und falls mein gesundheitliches Handicap nicht nachlassen würde, müsste ich einen Arzt aufsuchen. Denn nur noch vierundzwanzig Stunden Törn von hier beginnt die Biskaya und dann sind wir auf Gedeih und Verderb, auch bei guten Wetterverhältnissen, gute vier Tage ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt und wenn es der Blindarm ist- oder lag es an dem verschimmelten Brot das ich vor Brighton aß?.

Ankern-vor-Geurnsey Am nächsten Morgen ließen wir das Beiboot zu Wasser. Sven war schon ganz scharf darauf ein paar Runden zu drehen, da er mein Beibootkapitän ist, durfte Sven das Beiboot einfahren. Dann packten wir die schmutzige Wäsche in einen Rucksack und flugs ging es an Land. Während wir unsere Wäsche in eine Waschmaschine packten empfahl uns eine nette ältere Dame einen Arzt. Als wir zur Stadt liefen hatte ich das Gefühl, das die Schmerzen nachließen und wir gingen mal erst einkaufen. Nachdem wir eingekauft hatten und die Wäsche auch getrocknet war, ging es wieder zum Beiboot und Sven war schon heiß darauf, mich zum Segelboot zu fahren. Da es mir erheblich besser ging, entschlossen wir uns, am nächsten Tag weiter zu segeln. Am nächsten Morgen, so gegen zehn Uhr, hievten wir mit äußerster Konzentration den Beibootmotor an Deck, damit der bloß nicht ins Wasser fallen konnte. Danach war das Beiboot dran, wir hievten den Anker und los ging es.

IQ Die kommende Nacht war klar und wir konnten zum ersten Mal Richtung Atlantik die Sterne bewundern. Die See glitzerte wie Wunderkerzen, einfach fantastisch. Es war schon Nachmittag, als wir auf der Insel Quessant an einer Ankerboje festmachten, um noch einmal richtig auszuschlafen, bevor wir den großen Sprung über die Biskaya wagten. Und wieder ging es an Land und nach unserem letzten Besuch vor zwei Jahren, gab es jetzt sogar zwei Kneipen die Guinness, das schöne dunkele irische Bier, im Ausschank hatten. Um zu Testen, ob mein Darmtrakt wieder OK ist, musste ich eins oder gar zwei probieren, Sven hingegen bekam ein leckeres Softeis. Es war schon dunkel, als wir mit dem Beiboot zurückfuhren. Am nächsten Morgen wollte Sven unbedingt noch schnorcheln und kontrollieren ob die Schiffsschraube auch in Ordnung ist. Ich ließ ihn gewähren und er tobte sich voller Freude aus. Mittags, nachdem wir gerade das Beiboot an Bord hatten und wir unseren Törn über die Biskaya beginnen wollten, kam die Küstenwache zwecks Kontrolle an Bord. Aber dann, mit etwa dreißig Minuten Verspätung, ging es endlich Richtung Portugal.